Zeitzeugen

Der Mampe-Stammtisch

Das Mampemuseum wurde von ehemaligen Mampe-Geschäftsführer Robert Schlink zum Mampe-Stammtisch eingeladen. Obwohl die Mampefabrik an der Grenzallee Anfang der 80er Jahre schließen musste, trafen sich die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen fast über vierzig Jahren um sich über ihre spannende Zeit mit Mampe auszutauschen.

Ehemalige Auszubildende bei Mampe

Herr Ronnefahrt und Herr Helmholtz haben Ende der 60er Jahre eine Ausbildung bei Mampe Berlin in der Grenzallee Neukölln absolviert und sind nicht nur Mitglieder des „Mampe-Stammtisch“, sondern auch gute Freunde geworden.

Neben dem Lehrlingslohn gab es immerhin zwei Mampe-Spezialitäten im Monat als „Sozialleistung“ dazu. Einmal im Monat hatte jeder Lehrling „Bankdienst“. Es musste Bares für die Lohntüten für die Mampe-Belegschaft in der Bank am Rathaus Neukölln abgeholt werden- und die Auszubildenden waren dafür verantwortlich, dass die ca.  63.000 DM zurück in die Grenzallee transportiert wurden – das waren noch Zeiten!

Die Mampe-Kollegen können sich noch gut daran erinnern, dass sie oft Mampe an die Berliner verteilt haben- als der Elefant „Carl“ dem Berliner Zoo feierlich übergeben wurde oder am Check-in im Flughafen Tempelhof, wo die Mampe so manchen Flugreisenden den Flug versüßt hat.

Frau Wozniak, Nichte von langjährigem Geschäftsführer der Mampe Stube am Kudamm

Wir waren zu Besuch bei Frau Wozniak, die ihren Onkel Fritz Kujot, langjähriger Geschäftsführer der Mampestube am Kudamm 15, in bester Erinnerung hat. Wir haben uns zusammen das Handbuch für Mixer angeschaut- ein tolles Rezeptbuch von 1925 für fantastische Cocktails mit edlen Mampeerzeugnissen. Frau Wozniak kann sich noch bestens daran erinnern, wie ihr Onkel die Mampe Pommeranze oder Mampe Kirsch in der Mampestube serviert hat. Wo Literaten und Leute mit Rang und Namen ein und aus gingen, hat Frau Wozniak den ein oder anderen Mampe-Cocktail von ihrem Onkel serviert bekommen.

Ihr Lieblingsprodukt ist aber immer noch Mampe Halb und Halb, den sie bis heute regelmäßig genießt

Zeitzeugen-Treffen bei Mc Donalds in der ehemaligen Mampestube am Kurfürstendamm Nr. 15

Ehemalige Mampe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich über die wiederbelebte Mampestube

Zahlreiche Zeitzeugen und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Mampe waren anwesend, als die Ausstellung mit Mampe Exponaten und historischen Bildern in den drei wunderschönen Räumen 2016 eröffnet wurde.

Nach der Eröffnung 1916/17 verkehrten in den 20er Jahren Literaten, Schauspieler und Künstler dort, Joseph Roth machte es sich regelmäßig bei einer gepflegten Mampe gemütlich und schrieb dort seinen berühmtesten Roman „Radetzkymarsch“. Es gab über 20 Mampestuben in Deutschland– meist Restaurants mit Ausschank von edlern Mampe-Erzeugnissen. 1986 wurde die berühmteste Mampestube am Kudamm geschlossen und die Räumlichkeiten für diverse Restaurants weitergenutzt.

Nach dem Auszug von Mc Donalds ist ein Coworking Space eingezogen.

Wolfgang Führer, stellvertretender Chef-Destillateur 

Wolfgang Führer war als stellvertretender Chef-Destillateur in der Mampe-Likörbrennerei in Berlin Neukölln Anfang der 60er Jahre tätig.

Herr Führer, der mit seiner netten Tochter vorbei kam, bezeichnet diese Zeit mit als die schönste seines Lebens, da das Mampe Werk in der Grenzallee in Neukölln zu den modernsten Brennereien Europas zählte. 3000 Liter Mampe halb und halb hat er täglich produziert! Bei dem ein oder anderen Gläschen erzählte er aus dieser Zeit. Von Potsdam aus hat er jeden Tag den weiten Weg auf sich genommen- bis die Grenze im August 1961 geschlossen wurde und er von einem Tag auf den anderen seinen Job verlor. Doch 1972 gelang es seiner Mutter erstmals auszureisen und die 200 DM Restlohn bei Mampe abzuholen.

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mampewerkes Neukölln

Mit dabei waren der ehemalige Geschäftsführer, der Grafiker und zwei Auszubildende, die aus ihrem bewegten Berufsleben bis 1983 bei der Firma Mampe berichteten.